Der Autor liest:
Manch ein Ding ward nie besungen
und niemand reimt ihm Herz auf Schmerz.
Kein Loblied ist ihm je erklungen,
das jauchzet freudvoll himmelwärts.
Wem wollt die Brust zu enge werden
ob einer Tastatur Typ „Qwertz“?
Und kein Mensch auf unsrer Erden
sang je das Lied vom Dichtungsring
oder dem Dung von Fjakerpferden,
weshalb das Lied halt ich jetzt sing:
Das Einsiedglas, so hell und klar,
dem sich der Rex-Gummi nicht schmiegt
ist seines edlen Zweckes bar,
dem s offenbar dann nicht genügt.
Weinheber1 lobt „der Maische Duft“,
doch nicht, was Pferde ausgedungen
und würzte einst in Wien die Luft,
bis man den Rössern angehungen
am Arsch die Sackerln für den Mist,
was leider bei den Kraftfahrzeugen
so ganz und gar nicht üblich ist.
– Der Mensch ist halt ein bisserl eigen.
Mit diesem Gedicht breche ich eine Lanze dafür, die schweren Geschütze der Lyrik wie „Herz“ und „Schmerz“ durchaus auch für kleine, unscheinbare Dinge und geringgeschätzte Substanzen einzusetzen. Dementsprechend ist für die nächste Zukunft die Erdichtung weiterer Oden geplant, welche dem Lob der Beilagscheiben, Bettpfannen und Hackschnitzel gewidmet sein sollen.
- Josef Weinheber – österreichischer Heimatdichter und NS-Poet (1892-1945). ↩︎
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