Der Autor liest:
Amôj uns no an Urḷaub so vergeig,
Wenn du uns noch einmal einen Urlaub kaputt machst,
mit Brände, Iwaschwémmungan, …
mit Bränden, Überschwemmungen, …
daunn trédn mia in n KƖimaschtreik,
dann treten wir in den Klimastreik,
und zwôa gaunz ohne Hémmungan!
und zwar ganz ohne Hemmungen!
Daunn kaunnst du kƖimern wia du wüst,
Dann kannst du klimern wie du willst,
nur … ohne uns, waunnst di bläd schpüst!
nur … ohne uns, wenn du dich blöd spielst!
Wäu daunn kaunnst du di duathi schḷeichen,
Denn dann kannst du dich dorthin schleichen,
wo „guade Nôcht“ sôgt dés Atom dem Gén!
wo das Atom dem Gen „gute Nacht“ sagt!
Uns tuat s sché ḷaungsaum nämlich reichen!
Uns reicht es nämlich allmählich!
Asó si auffian, is net schén!
Sich auf diese Art aufzuführen, ist nicht schön!
Wenn wôs du tuast, fôjjt unter „KƖima“,
Wenn das was du tust unter „Klima“ fällt,
daunn wojjn und brauch ma eingƖich kans
dann wollen und brauchen wir eigentlich keines
(nur hôjt a Wéda, iagndans),
(nur irgendein Wetter halt),
wäu ohne di waa ôllas prima!
denn ohne dich wär‘ alles prima!
Wissts ihr, wia ma wôs ihr sads nennt?
Wisst ihr, wie man das was ihr seid nennt?
A Rudeḷ Ôffm, wôs ka Môß net kennt!
Ein Rudel Affen, das kein Maß kennt!
Wôs i a tua – ihr schätztzas net.
Was ich auch tu – ihr schätzt es nicht.
Irngda Bauer jammert immer,
Irgendein Bauer jammert immer,
wäu s grôd net nôch sein Schädḷ geht.
weil’s grad nicht nach seinem Kopf geht.
Und außerdem vertrôg i nimmer,
Und außerdem ertrag ich nicht mehr,
wia ihr mir in mei Haundwerk pfuschts.
wie ihr mir in mein Handwerk pfuscht.
mit Zeozwa und aundan Fürzen
mit CO2 und anderen Fürzen
tuats ihr dés Supperḷ mir vawürzen;
verwürzt ihr mir das Süppchen;
und wôs kummt ausse? – KƖôa, jetzt tuscht s,
und was kommt (dabei) heraus? – Na klar, jetzt tuscht’s,
und daunn schitt s ôwe ohne End,
und dann schüttet es ohne Ende (herunter),
während s woaunders uandḷich brénnt!
während es anderswo heftig brennt!
Ihr wojjts eich iwa mi bekƖông?
Ihr wollt euch über mich beklagen?
Na daunn muass i eich ḷeider sông:
Na dann muss ich euch leider sagen:
I bin scho ḷängst im KƖimaschtreik
Ich bin schon längst im Klimastreik
und denk, dass i bôjd gaunz auschteig!
und denke, dass ich bald ganz aussteigen werde!
Dieses poetische Kleinod entstand, als mir wieder einmal aus dem weltweiten Netz die Aufforderung hereinflatterte, an einem Klimastreik teilzunehmen. Derartige Aufrufe erzeugen in mir immer die Neigung, ebendiesen Begriff – „Klimastreik“ – vorsätzlich misszuverstehen, und dieses Mal gab ich dem Verlangen nach und ließ die zur schalkhaften Tat drängende Muse gewähren, welche mich darauf in einen Zustand der Entrücktheit versetzte um ungestört an meinem Text arbeiten zu können. Als ich wieder zu mir kam, hatte ich die weiter oben wiedergegebenen Verse vor mir liegen und sah, dass es sich um einen Dialog handelte, in dem Mensch und Klima einander die Schuld an dem unheilschwangeren Wandel geben, der sich in Bränden, Überschwemmungen und Wetterextremen aller Art zeigt.
Ich möchte mich hier und jetzt nicht auf eine Diskussion darüber einlassen, ob und wie dieser Planet zu retten wäre. Acht (oder mehr) Milliarden größenwahnsinniger Primaten werden sich wohl nicht so bald wie es nötig wäre all die Einschränkungen selbst auferlegen, deren es bedürfte, um die Bewohnbarkeit der Erde aufrechtzuerhalten. Daher möchte ich mit einem abgewandelten Qualtinger-Spruch1 aus einem Travnicek-Sketch schließen: „I bin froh, dass i scho so a ôjda Depp bin, i bin froh héan S!“
- Ein bedeutungsschwerer Satz, den Qualtinger in dem Sketch „In der Apotheke“ zu Gerhard Bronner sagt: „I bin froh, dass i mei Gastritis hôb, i bin froh héan S!“ ↩︎
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