Der Autor liest:
Ein Sonnenhut, genannt „Sombrero“,
spendet Schatten dem Vaquero,
wenn er hin- und hertreibt Rinder,
wenn er Siesta hält, nicht minder.
Und außerm Hut besitzt er einen Colt,
der garantiert, dass man Respekt ihm zollt.
Damit schafft er haltlose Gerüchte
aus der Welt, wie das von seiner Nichte,
von der es heißt: „Sie kennt zu viele Leut!“
Dem, der das sagt, bleibt meistens keine Zeit,
um seine losen Reden zu bereun,
drum lassen s die Compadres1 lieber sein.
Das ist auch im Intresse vom Patrón,2
weil dem sonst wieder fehlert ein Peón.3
Auf die Lektüre dieser tiefsinnigen Verse stimmen sich die wertgeschätzten Lesenden (egal, zu welchem Geschlecht sie sich bekennen mögen) am besten durch die Musik von „Cielito Lindo“ ein, der inoffiziellen mexikanischen Hymne, welche ich beim Dichten im Ohr hatte.
Bei der Verschleierung des Gewerbes, dem die Nichte des Vaquero nachgeht, durch die Formulierung „Sie kennt zu viele Leut“, hat natürlich Georg Kreisler4 mit seinem „General“ Pate gestanden.
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