Kleine Zeitung

Der Autor liest:

Ich bin noch klein, mein Herz ist rein.
Mein Herz, das ist mein Schatzkästlein,
dort darf das Klima nur hinein,
Europa und Demokratie,
der Hass und Hetze aber nie
(besonders, wenn’s geht gegen mi)!
Ich mag Olga sehr und Werner,
und nur’s Klima hab ich gerner.
Bin ein Mäderl, ein gescheites,
und bring sicher noch sehr weit es,
wenn die Großen mich nur lassen
und sich aufhört das Mutmaßen,
was ich gesagt hab oder nicht
beim Tratschen oder wem ins G’sicht.
Es geht doch jetzt um so viel mehr,
als nur die Frag‘, wer ich denn wär‘!
Daraus ergibt zwangsläufig sich:
Wenn’s eine Zukunft wollt’s, wählt’s mich!
Mein Herz ist dafür das Programm,
das wir zurechtgelegt uns ham:
Die Däumchen runter, Finger krumm,
und dann die beiden Händchen zamm;
das kannst auch du, probier‘s nur, kumm!
Und hör, was ich als Nächstes plane:
Wir malen uns jetzt ein Plakat,
das soviel Herzerln darauf hat
wie Sterne die Europafahne.
Und dabei rechne ich mit dir,
dass du in Angriff nimmst mit mir
dieses große Unterfangen
ohne Zögern, ohne Bangen!


Eigentlich wollte ich auf gschichtl.blog nur zeitlos Gültiges deponieren, habe mich nun aber doch entschlossen, der anstehenden Europawahl 2024 einen Beitrag zu widmen.

Lesende Personen (gleichgültig welchen Geschlechts) werden sich vielleicht wundern, dass sich die Spitze meiner Feder nicht gegen das Dritte Lager oder gegen die Konservativen richtet. Dazu kann ich nur sagen: Karl Kraus und mir fällt zu Vilimsky nichts ein. Er kann uns weder enttäuschen noch inspirieren. Lopatka auch nicht. Und die SP beschäftigt sich anscheinend immer noch nur widerwillig mit Angelegenheiten, die über die Grenzen der eigenen Partei hinausreichen. Bei den Grünen gab es bis jetzt immerhin noch etwas Enttäuschungspotenzial.

Das jüngste Desaster hat anscheinend viel mit „Mutmaßungen“ bezüglich dessen zu tun, was die grüne Spitzenkandidatin für die EU-Wahl getan und/oder gesagt haben soll (verschont’s mich bitte mit Einzelheiten!):

Lena am 17. Mai 2024

Mich erinnert die grüne Gruppendynamik an die Konflikte und Streitereien, die es manchmal in den Kindergruppen und Alternativschulen gab, die meine Kinder besucht haben. Damals ging es immer, und hier geht es offenbar jetzt auch wieder um – excusez l’expression! – irgendeinen Schas. Dieser drängt nun die vielbeschworene „Richtungsentscheidung“ in den Hintergrund, die es bei der EU-Wahl zu treffen gilt.

Die Muse und ich sahen uns ein paar peinliche grüne Statements an, die der Schadensbegrenzung dienen sollten, und fühlten uns inspiriert: Ich erinnerte mich eines alten Kinderreims und sorgte damit für den Einstieg, während die Muse vom Dienst – diesmal war es Kalliope – den Rest erledigte. Das Ergebnis unserer Arbeit sehen Sie weiter oben.


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