Der Autor liest:
Der Gueriḷḷa kauft beim Biḷḷa
Der Guerilla kauft beim Billa
Wiaschtḷn fia sein Urwôjdgriḷḷa.
Würstel für seinen Urwaldgriller.
In s Plastikdoserḷ tuat er s – ¡cƖaro! –,
Ins Plastikdöschen packt er sie – ¡claro! –,
denn so macht das ein Tupper-Waro!
denn so macht das ein Tupper-Waro!
Die Finesse dieses kurzen Gedichts werden nur jene Lesenden zu würdigen wissen, die wohl über Fremdsprachenkenntnisse verfügen, aber flexibel bleiben und sich nicht etwa in irgendwelche linguistischen Gewissheiten verbeißen. Nur so werden sie erfassen, dass das „u“ in „Guerilla“ (den Regeln der Aussprache des Spanischen zufolge) stumm bleibt, dass aber verdoppeltes Vorstadt-„ḷ“ in „Biḷḷa“, „Griḷḷa“ und „Gueriḷḷa (gegen die spanische Vorschrift, aber im Einklang mit dem Usus deutschsprachiger Malle-Urlauber) nicht als „j“, sondern tatsächlich als „ḷḷ“ zu lesen ist.
Außerdem bedarf es zum Erfassen des Inhalts meines Vierzeilers hauswirtschaftlicher und historischer Kenntnisse. Die Spannung, die sich in der dritten und vierten Zeile zwischen den Plastikbehältern eines bestimmten Erzeugers und uruguayischen Untergrundkämpfern (den Tupamaros) aufbaut, entlädt sich in der Geburt eines neuen Wortes, das beide miteinander zeugen – „Tupper-Waro“. Besonders aufmerksamen oder sensiblen Lesern wird auch ein gewisser Kontrast nicht entgangen sein, der zwischen den umgangssprachlich gehaltenen ersten drei Zeilen und der vierten besteht, die nun nicht mehr erzählt, sondern eine allgemein gültige Wahrheit in der dafür besser geeigneten Hochsprache zum Ausdruck bringt.
Hinterlasse einen Kommentar