Brütende Sommerhitze hat mich an einen Schlager von 1962 denken lassen, der unter anderem von hohen Temperaturen handelt und – auf seine Weise – ebenso schwer zu ertragen ist wie diese: „Heißer Sand“.
Der Originaltext zu diesem Lied deutet ein Eifersuchtsdrama an, welches sich um eine gewisse Nina dreht, die wohl einem Herrn namens Rocco versprochen, aber eher dem „schwarzen Tino“ zugetan ist. Die dunklen Formulierungen legen nahe, dass Tino sich im Lauf der Handlung zu einer Gewalttat hinreißen lässt und anschließend fliehen muss, sehr wahrscheinlich in das „verlorene Land“ mit dem vielen „heißen Sand“, wo er – möglicherweise als Fremdenlegionär – „ein Leben in Gefahr“ fristen muss, während sich Nina im Hafen beim Tanzen „mit den Boys“ vergnügt.
Von der italienischen Schlagersängerin Mina (Anna Maria Mazzini) interpretiert, konnte sich das Lied neun Wochen lang an der Spitze der deutschen Hitparade halten…
Die Muse bestand darauf, dass ich (unter ihrer Anleitung) einen zeitgemäßen Text zu dem Hit von vorgestern verfasse. Für die Interpretation unseres Werks habe ich „Sprechgesang“ gewählt, weil dieser es gestattet, dem Rhythmus der Melodie zu folgen und dabei doch sämtliche Facetten des Inhalts zum Ausdruck zu bringen.
Der Autor interpretiert:
Héast, a Liad kummt ma neilich in Sinn,
Neulich kommt mir (doch) ein Lied in den Sinn
mit dem Titel „Haßa Saund“.
mit dem Titel „Heißer Sand“.
Ôwa Sinn is in dem Text ned vü drin,
Aber Sinn ist in dem Text nicht viel drin,
déa kan Fu-hu-aß hôd und ka Haund.
der weder Hand noch Fuß hat.
Es geht um a Dreiecksgschichterl
Es geht um ein Dreiecksgeschichtchen
und ums Klima némbei aa;
und nebenbei auch ums Klima;
i hôb gschriem a neix Gedichterl –
ich habe ein neues Gedichtchen geschrieben –
– ohne Eifersuchtstrara.
– ohne Eifersuchtsbrimborium.
Kumm, sing mit mia vun valuaranan Laund,
Komm, sing mit mir vom verlorenen Land,
wo-j amôj vua hundat Jôa
wo ich einmal vor hundert Jahren
mit da Ôjdn aun an schén braadn Straund
mit der Alten an einem schönen breiten Strand
auf ôjsinklusif-Urlaub wôa.
auf All inclusive Urlaub war.
S Karaoke kémma gwina
Das Karaoke können wir gewinnen
unt aum Eck im „Maribor“!
unten am Eck im „Maribor“!
Duatn sing ma wia dé Mina
Dort singen wir wie die (Sängerin) Mina
daumôjs in dé Sechzgajôa:
damals in den Sechzigerjahren:
Haßa Saund und a valuaranes Laund,
Heißer Sand und ein verlorenes Land,
ôwa Urlaub? – Wundabôa!
aber Urlaub? – Wunderbar!
Und dé Ô-hô-jde: aussa Raund und Baund,
Und die Alte: außer Rand und Band,
héast, migrénefrei so-ho-gôa!
stell dir vor, migränefrei sogar!
Schwôaza Tino, bring uns Wiener
Schwarzer Tino, bring uns Wienern
Schirmerldrinks – huschhusch, i wôat!
Schirmchendrinks – mach schon, ich warte!
(„Boy“ sôgt ma dô zu an Diener,
(„Boy“ sagt man hier zu einem Diener
aa zu dém mi n weißn Bôat.)
auch zu dem mit dem weißen Bart.)
Haßa Saund und a valuaranes Laund,
Heißer Sand und ein verlorenes Land,
duat geht nix méa, dés is klôa,
dort geht nichts mehr, das ist klar,
wäu dés Laund is jétz komplett au-hau-m Saund,
denn dieses Land ist jetzt völlig am Ende,
Urlaub môcht duat heit nua ra Nôa.
Urlaub macht dort heutzutage nur ein Narr.
Schwôaza Tino, du Schlawiner,
Schwarzer Tino, du Schlawiner,
di ziagts héa dô nôch Héanôjs.
dich ziehts hierher nach Hernals.
Bleib daham, bestimmt wiad s griener,
Bleib zu Hause,bestimmt wirds grüner,
sôg s aa dénan aundan Boys!
sag es auch den anderen Boys!
Haßa Saund und a valuaranes Laund,
Heißer Sand und ein verlorenes Land,
ôllas Lém duat in Gefôa!
alles Leben dort (ist) in Gefahr!
Vü zu braat is inzwischen da Schtraund,
Viel zu breit ist inzwischen der Strand,
z haß wa s sőbst dem Meinl sein Môa.
zu heiß wärs selbst dem Meinl-Mohr.
Schwôaza Tino, wüst ned huachn,
Schwarzer Tino, (du) willst nicht hören,
wéa ned huacht, déa muaß hôjt füün.
Wer nicht hören will, muss eben fühlen.
Muasst zu uns héa n Weg, héast, suachn
Musst du denn den Weg hierher zu uns suchen
und di mit dein Lébm schpüün?
und mit deinem Leben spielen?
Haßer Saund und a valuaranes Laund,
Heißer Sand und ein verlorenes Land,
duat schaun ôlle nua in s Rôa!
dort schauen alle nur durch die Finger!
Wäu zan hojn gi-hi-bt-s nix, nua Sonnanbraund,
Denn zu holen gibt es (dort) nichts außer Sonnenbrand,
wo-j amôj auf Ur-hua-laub wôa.
wo ich einst auf Urlaub war.

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