Wahlempfehlung oder Herbert reitet wieder!

Der Autor liest:

Jeder soll sein Kreuzerl machen
wo er will, normalerweise,
denn eigentlich ist s ja zum Lachen:
🙂 Ivermectin nur beispielsweise, …

🙂 grinsend auf an Würschtl hocken,
das frisch entwurmt, coronafrei
soll dienen bei der Polizei,
😦 die BVT-Gschicht uns einbrocken

… das ist schon nicht mehr ganz so spaßig.
😦 Und Bonmotscherln dazu massig,
gschüttelt aus dem Braunhemdärmel,
die dem gewöhnlichen Erbärmel,

der für den Pferdeflüstrer stimmt,
selbstverständlich gar nichts sagen;
ihn erfreut auch nur das Klagen,
das er von anderswo vernimmt,

das Hecheln, Hyperventilieren,
das Herr K. mit ein paar Worten
so oft versteht zu provozieren:
Der zeigt es denen oben dorten!

🙂 Wenn blauer Wähler „Wille gschieht“,
dann kommt – so meint er wohl – „sein Reich“!
Dich und mich beglückt er dabei mit,
denn vor dem Herrn sind alle gleich!

Und schon dreiunddreißig hat ein Wicht
einmal gesagt, er glaube nicht,
dass immer noch die Gegner lachten,
die sich zuvor gern lustig machten.

Auch mir ist s Lachen schon vergangen!
Wie lässt, was droht, sich noch verhindern
von uns schwarzblau gebrannten Kindern?
Die Wahl erwarte ich mit Bangen.

Drum nicht „Bier“, nicht „Wohnen“, „Keine“,
sondern halt die Kraft, die eine,
die s möglicherweis schaffen könnte,
wenn Gott ein Wunder ihr vergönnte!

Wenn s nicht gelingt, na dann sind wir
dort, wo der Badenweiler Marsch
mit einem großen Zackenbarsch
sich teilt das Buchstabenrevier.


Wann bitte kann ich wieder einmal aus vollem Herzen wählen und nicht, um irgendetwas Unsägliches zu verhindern … und dann doch wieder vom Nachbarn und von der Hausmeisterin überstimmt zu werden?

Miteinander werden Blau und Schwürkis wahrscheinlich eine Mehrheit zustande bringen. Schwüre, mit wem man sich nie und nimmer, unter keinen wie auch immer gearteten Umständen niemals nicht auf ein Packl hauen wird, zählen elfe, wie wir zum Beispiel in Miklsdorf an der Leitner sehr schön demonstriert bekommen haben; ja und elfe zählt eben nichts.1

Also schmeiße ich, das Versprechen brechend, das ich mir selber gegeben habe, meine Stimme nicht etwa in die Ecke der Klitzekleinen; ich werde vielmehr – ohne große Begeisterung und unter Verzicht auf das vergnüglich-prickelnde Gefühl, etwas Verbotenes getan zu haben – versuchen, jene Kraft zu stärken, die einstweilen noch einigermaßen gleichauf ist mit kleinbürgerlich-plebejischen Rabiatniks und der Wer-zahlt-schafft-an-Lobby (Bussis, Thomas).

Irgendwann, so hoffe ich, wird ein Deus ex Machina den blauschwarzen Murmeltierfluch von uns nehmen. Und bitte lieber ein bisserl früher als später! Schon deshalb, weil die zu erwartende Vogelstraußpolitik angesichts der klimatischen Veränderungen, die wir gerade erleben, allmählich ein bisserl lebensgefährlich wird, wobei es völlig egal ist, ob die Realitätsverweigerung durch simple Ignoranz oder durch das in der kapitalistischen Welt so unentbehrliche Profitstreben induziert ist, dem die Senkung der Lohn(„neben“)kosten und die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Österreich selbst noch im Postanthropozän2 ein Anliegen sein werden.


  1. Nach den Regeln eines im süddeutsch-österreichischen Raum populären Kartenspiels. ↩︎
  2. Das Erdzeitalter, welches auf das Anthropozän folgt, also jene Epoche der Erdgeschichte, in der bereits kein menschliches Leben mehr existiert. ↩︎

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