Ommaasch

Ommaasch an den, der saasch, denn
wer nie saasch, kann nicht mitreden:
polarisierende Kolaasch,
immersive Assaumblaasch

Fini saasch wenigstens am Schluss.


Ich nehme an, dass Sie hinter der vordergründigen Sinnlosigkeit des reimlosen poetischen Kleinods „Ommaasch“ nach wenigen Sekunden der Ratlosigkeit die als Rechtschreibschwäche verkleidete Botschaft aufgespürt haben. Wenn nicht, dann machen Sie sich nichts draus, Sie sind wahrscheinlich eher mathematisch und naturwissenschaftlich begabt. Jedenfalls dreht sich in meinem kleinen Fünfzeiler alles um die „Vernissage“, die natürlich längst keine solche mehr ist, da es heutzutage nicht mehr darum geht, dem Künstler oder der Künstlerin beim Einlassen eines Gemäldes mit Firnis (frz. vernis) zuzusehen, also bei jenem letzten Arbeitsschritt, der einst den Schaffensakt abzuschließen pflegte. Der Schwerpunkt des Begriffs „Vernissage“ liegt heute nicht mehr auf dem Firnis, sondern auf „Saasch“, das immer von links nach rechts zu lesen ist und eine Kunstausstellung gleichsam einrahmt, erst als „Verni-“ und dann als „Finissage“. Bei beiden Gelegenheiten werden den Besuchern edle Getränke und leckere Häppchen gereicht, welche sie meist im Stehen konsumieren, während sie Kunstgespräche miteinander führen.1


  1. Wenn Ihnen zu „Kunst“ außer „Kunst ma an Schülling buang?“ nichts einfällt, Sie aber den erwähnten Getränken und Häppchen nicht entsagen und auch in der Konversation eine gute Figur machen wollen, können Sie sich von den legendären Reden des Landtagsabgeordneten Karl Schwab inspirieren lassen (der 2020 leider von uns gegangen ist).
    https://www.youtube.com/watch?v=ZVOOa7GXICw&t=212s ↩︎


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