Das Rudolphus-Hiobium 1:1-6

Ich möchte in diesem Beitrag einen wenig bekannten apokryphen Text präsentieren, der sich auf das Evangelium nach Markus (5:1-20) bezieht, im Gegensatz zu diesem aber keine frohe Botschaft verkündet, sondern vom Pessimismus der Zwanzigerjahre des 21. Jahrhunderts geprägt ist.

Bei Markus gelingt es Jesus, einen Besessenen zu heilen, indem er die Dämonen, welche in diesen gefahren sind, in eine große Herde von Schweinen treibt, die sich darauf in den Genezareth stürzen und dort ertrinken. Bekannt ist vor allem das Zitat „Mein Name ist Legion, denn wir sind viele“ – ein Hinweis des Besessenen, der abwechselnd im Singular und im Plural von sich spricht, auf die große Zahl der auszutreibenden unreinen Geister.

Und hier nun der Originalwortlaut des Rudolphus-Hiobiums:

1 Die Kacke war zu jener Zeit vielerorts am Dampfen, besonders aber im Weißen Haus, weil ein Besessener dort tat, was die Dämonen befahlen, die in ihn gefahren waren. 2 Die Leute hörten, wie die unreinen Geister aus ihm sprachen, und sagten: Der ist nicht alleine.

3 Da nun offenbar das Ende aller Tage nahte, kehrte der Erlöser endlich in die irdische Welt zurück, um das von seinen Jüngern sehnlich erwartete Tausendjährige Reich zu errichten. 4 Kaum dass Jesus in Lod angekommen war, machte er sich auf den Weg nach Tarsis, von wo er über das große Meer ging. Dann suchte er den Besessenen vom Potomac auf, um ihn zu heilen wie weiland den Mann vom Genezareth, und fragte ihn, wie er denn heiße. 5 Dieser aber sagte: Du kennst mich doch, mein Name ist Legion, denn wir sind viele und haben jetzt sowohl im Kongress als auch im Senat die Mehrheit. 6 Und es gibt noch etwas, das du wissen solltest: Schweine können schwimmen!

Da sah Jesus, dass es gar nicht gut war und kehrte dieser Welt wieder den Rücken.


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