
Knapp vor der Wiener Wahl hat also jetzt der Abgeordnete, wie heißt der noch gleich?1 Einen kurzen Namen hat er, so wie Kurz oder Schmid. Na jedenfalls hat der noch schnell einen Umvolkungs-Sager in eine Rede eingebaut, ihn aber – nachdem die gewünschte Aufregung erzielt war – zurückgenommen. Wie man etwas Gesagtes wieder „entsagen“ kann, ist mir zwar nicht klar, aber jedenfalls hat er die „Umvolkung“ zurückgenommen: Er versteht zwar die Aufregung nicht, aber gut, bevor jemand von den andern einen Herzinfarkt kriegt, nimmt er das Wörterl halt zurück.
Der Nationalratspräsident, der dings2 – den kann ich mir auch nicht merken; damit mir sein Name wieder einfällt, muss ich immer einen mentalen Umweg über den „Himbeerpflücker“ machen. Na egal, der jedenfalls hat am Gebrauch eines Wortes, das man sogar im Duden finden kann, auch nichts auszusetzen gehabt.
Alles in allem ein perfektes Zusammenspiel, damit der Wiener,3 der … na der Entdecker des „Asylantenvirus“, damit der dann am Sonntag in Wien seine Torchance bekommt, denn die trau’n sich was, die Blauen, und zeigen’s denen.
Kleiner Schönheitsfehler in dem Ganzen: Es wär‘ gescheiter gewesen, wenn der Nationalratspräsident sich in der Begründung seines Verzichts auf einen Ordnungsruf nicht auf den Duden, sondern auf das Österreichische Wörterbuch bezogen hätte, denn im Duden steht wenigstens
„Gebrauch: nationalsozialistisch“,
während das ÖWB zu „Umvolkung“ nur folgendes zu sagen weiß:
„Veränderung der Bevölkerung zB durch Sprach- und Kulturwechsel, Zuwanderung oder Vertreibung und Mord (ua. In der Zeit des Nationalsozialismus)„
Zu diesem Wörterbucheintrag hab‘ ich mich aber schon in „Umvolkung die, -/-en“ geäußert.

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