Hier auf diesem Blog sammle und präsentiere ich „Gschichtln“, die mir einfallen, wenn der Tag lang ist, sofern sie – dank eifriger Mitwirkung der Musen, mit denen ich zusammenarbeite – dann tatsächlich schwarz auf weiß zu kleinen Texten gerinnen.
Aber Obacht!
Unter einem „Gschichtl“ versteht man in (ost)österreichischer Umgangssprache nicht einfach nur eine kleine Erzählung, sondern insbesondere ein solche, deren Wahrheitsgehalt angezweifelt werden darf. Der Versuch, ein solches Gschichtl an den Mann oder an die Frau zu bringen, erfordert deshalb spezielle (und nicht ganz gewaltfreie) Übermittlungstechniken: Der Erzähler1 muss es Zuhörenden regelrecht „eine-“ oder sogar „aufs Aug‘ drucken“ und wird deshalb als „Gschichtldrucker“ bezeichnet. Das Englische hält zur Benennung gschichtldruckender Menschen den Begriff „Influencer“ bereit. In der deutschen Schriftsprache spricht man nicht von Gschichtldrucken, sondern von „Öffentlichkeitsarbeit“, und tatsächlich müssen spaßorientierte Gschichtldrucker2 wie ich einer bin ein wenig darauf achten, dass lustvolles Fabulieren nicht unversehens in Follower keilende „Arbeit“ ausartet.
Denjenigen, die es trotz meines Zurückscheuens vor dieser Art Arbeit dennoch auf gschichtl.blog verschlägt, wünsche ich, dass ihnen das Lesen meiner Gschichtln ebensogroßen Spaß bereitet, wie mir das Schreiben.
Rudi Herschl